Destiny 2 doch nicht am Ende: Bungie macht die Kehrtwende

Destiny 2 Next Chapter

Das war es mit Destiny 2. Zumindest konnte man Bungies Ankündigung vom Mai 2026 kaum anders verstehen. Die aktive Entwicklung sollte enden, für den 9. Juni wurde das letzte Live-Service-Inhaltsupdate angekündigt und selbst die Entwickler verabschiedeten sich mit ihrem „letzten Haupt-Patch“. Vier Monate später klingt das plötzlich ganz anders. Bungie sagt nun unmissverständlich: Mit Destiny ist man noch nicht fertig.

Und diesmal bleibt es nicht bei einer vagen Aussage über die ferne Zukunft der Marke.

Bungie beginnt tatsächlich wieder damit, umfangreiche Inhalte für Destiny 2 aufzubereiten. Entfernte Kampagnen, Zielorte und Raids sollen aus dem Destiny Content Vault zurückkehren. Für ein Spiel, dessen aktive Entwicklung gerade erst offiziell beendet wurde, ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende.

 

Destiny 2 sollte im Juni eigentlich sein letztes großes Update bekommen

Um einzuordnen, wie überraschend die neue Ankündigung ist, müssen wir nur vier Monate zurückgehen.

Am 21. Mai 2026 erklärte Bungie, dass die Zeit gekommen sei, Destiny „über Destiny 2 hinaus“ weiterleben zu lassen. Das Studio wollte sich auf einen Neuanfang und seine kommenden Spiele konzentrieren.

Noch eindeutiger wurde Bungie beim Termin: Am 9. Juni 2026 sollte mit dem „Denkmal des Triumphs“ das letzte Live-Service-Inhaltsupdate für Destiny 2 erscheinen.

Die aktive Entwicklungsphase sei damit beendet.

Am 9. Juni setzte Bungie sogar noch einen drauf. In den Patch Notes zu Update 9.7.0 bezeichnete das Entwicklerteam den Patch als seinen letzten Haupt-Patch für Destiny 2. Kleinere Wartungsupdates und Hotfixes könnten zwar weiterhin erscheinen, größere Inhaltsupdates waren aber nicht mehr vorgesehen.

Eigentlich eine ziemlich eindeutige Sache.

Eigentlich.

Denn am 21. September folgt nun eine Ankündigung, die diesen Abschied zumindest teilweise wieder auf den Kopf stellt.

 

Bungie: „Wir sind mit Destiny noch nicht fertig“

In der neuen Stellungnahme „The Next Chapter for Bungie“ äußern sich Studio-Chef Poria Torkan und Marathon-General-Manager Josh Deane zur Zukunft des Unternehmens.

Dabei spricht Bungie ungewöhnlich offen über die vergangenen Jahre. Man habe Vertrauen verloren, großartige Kollegen verloren und aus den Augen verloren, worauf man sich eigentlich konzentrieren sollte: die eigenen Spieler.

Noch interessanter wird es anschließend bei Destiny 2.

Bungie erklärt, dass die Reaktionen der Community auf die Ankündigung des letzten Inhaltsupdates einen echten Einfluss gehabt hätten. Destiny sei ein fundamentaler Bestandteil der Zukunft des Studios.

Dann folgt der entscheidende Satz:

„We are not done with Destiny.“

Oder ziemlich unmissverständlich auf Deutsch: Wir sind mit Destiny noch nicht fertig.

Doch Bungie belässt es nicht bei dieser Ansage. Das Studio arbeitet bereits daran, wichtige Teile aus der Geschichte von Destiny 2 zurückzubringen.

Geplant ist die Rückkehr von:

  • entfernten Kampagnen

  • früheren Zielorten

  • Raids aus dem Destiny Content Vault

Diese Inhalte sollen nach ihrer Überarbeitung allen Destiny-2-Spielern zur Verfügung stehen.

Die vollständige Stellungnahme von Bungie findet ihr unter The Next Chapter for Bungie.

 

Alte Destiny-2-Inhalte lassen sich nicht einfach wieder einschalten

Wer nun glaubt, irgendwo bei Bungie müsse lediglich jemand den großen „Content Vault öffnen“-Schalter umlegen, wird allerdings enttäuscht.

Das Studio erklärt, dass sich Destiny 2 seit Beyond Light technisch stark verändert hat. Alte Inhalte können deshalb nicht einfach aus einem Backup genommen und wieder aktiviert werden.

Unter anderem müssen Beleuchtung, Begegnungen, Gegner und verschiedene technische Systeme überarbeitet werden, damit die zurückkehrenden Inhalte mit der heutigen Version des Spiels funktionieren. Dieser Prozess werde entsprechend Zeit benötigen.

Was genau zuerst zurückkehrt, verrät Bungie noch nicht.

Potenzial gibt es jedenfalls genug. Im Destiny Content Vault liegen unter anderem die Kampagnen The Red War, Curse of Osiris und Warmind. Auch frühere Schauplätze wie Mars, Titan, Io, Merkur und der Leviathan sowie verschiedene Aktivitäten und Raids verschwanden im Laufe der Jahre aus dem aktiven Spiel.

Ob sämtliche dieser Inhalte zurückkehren, ist aktuell allerdings nicht bestätigt.

 

Ist Destiny 2 jetzt wieder ein richtiger Live-Service?

Genau hier müssen wir etwas aufpassen.

Bungie hat nicht angekündigt, dass Destiny 2 nun einfach wieder in sein altes Erweiterungs- und Season-Modell zurückkehrt. Auch ein neues jährliches Add-on oder ein klassischer Neustart des Live-Service-Betriebs wurde bislang nicht bestätigt.

Ebenso wenig hat Bungie offiziell ein Destiny 3 angekündigt.

Trotzdem hat sich die Lage deutlich verändert.

Im Mai hieß es noch: letztes Live-Service-Inhaltsupdate, Ende der aktiven Entwicklungsphase, Fokus auf die nächsten Spiele.

Im September heißt es plötzlich: Wir haben noch mehr Geschichten zu erzählen, Destiny bleibt ein wichtiger Bestandteil unserer Zukunft und wir beginnen damit, entfernte Inhalte wieder aktiv für Destiny 2 aufzubauen.

Das ist mehr als ein kleiner Wartungs-Hotfix.

Besonders spannend ist dabei eine weitere Formulierung von Bungie: Die Wiederherstellung der alten Inhalte soll lediglich der erste Schritt sein. Auf dieser Grundlage wolle man anschließend neue Geschichten und Spiele entwickeln.

Damit ist Destiny 2 zwar noch nicht automatisch wieder der endlose Live-Service von früher. Aber der im Mai angekündigte langsame Gang in den Wartungsmodus sieht vier Monate später plötzlich erheblich weniger endgültig aus.

Oder anders gesagt: Wer seinen Hüter nach dem „Denkmal des Triumphs“ bereits endgültig in Rente geschickt hat, sollte die Rüstung vielleicht noch nicht ganz hinten in den Tresor legen.

Bungie ist offenbar doch noch nicht fertig.

Und Destiny 2 möglicherweise ebenfalls nicht.

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