Nioh 3 im Test: Der bislang fairste Teil der Reihe?
Ich habe jeden Teil der Reihe gespielt – vom ersten Durchlauf in Nioh, bei dem ich mehrmals fast den Controller zerlegt hätte, über die deutlich komplexere Dämonen-Orgie in Nioh 2 bis jetzt zu Nioh 3. Und genau deshalb sage ich es so, wie ich es empfinde: Nioh 3 ist spürbar zugänglicher geworden. Nicht weich. Nicht casual. Aber fairer.
Ich habe zig Stunden reingesteckt, Bosse mehrfach gelegt, Builds ausprobiert und bewusst solo gespielt, um den Schwierigkeitsgrad wirklich zu fühlen. Und ja – für Durchschnittsspieler ist es angenehmer geworden.
Und genau hier möchte ich alle ansprechen, die bisher immer einen Bogen um die Reihe gemacht haben. Wenn dich Nioh früher abgeschreckt hat, weil du dachtest „Das ist mir zu brutal, zu frustig, zu hardcore“, dann ist jetzt wirklich der Moment, es zu versuchen.
Schwierigkeit – immer noch hart, aber nicht mehr gnadenlos
Die Bosskämpfe sind weiterhin ernstzunehmend. Wer unvorbereitet reingeht, wird zerlegt – Da gibt es keine Kompromisse. Manche Passagen in der offenen Welt sind nach wie vor richtig giftig, gerade wenn mehrere starke Gegner gleichzeitig Druck aufbauen.
Aber der Unterschied zu früher ist deutlich spürbar. Du kannst nahezu überall NPC-Helfer beschwören. Und vor Bosskämpfen andere Spieler einladen. Das verändert das Spielgefühl massiv. Früher war es oft ein „Friss oder stirb“. Jetzt ist es eher: „Willst du es dir schwer machen oder taktisch angehen?“
Ich habe beides getestet. Solo bleibt es ein Soulslike-Brett. Mit Unterstützung wird es kontrollierbarer – und das ist für viele Spieler ein riesiger Unterschied.
Sammelobjekte – endlich kein Frust-Marathon mehr
Was ich persönlich richtig gut finde: die Lösung mit den Sammelobjekten wie den Kodama.
In den alten Teilen bin ich teilweise stundenlang durch Level gekrochen, habe jede Ecke abgesucht und trotzdem am Ende ein oder zwei übersehen. Das war Motivation und Frust zugleich.
In Nioh 3 läuft das anders. Jede Region hat vier Erkundungsstufen. Wenn du Stufe 4 erreichst, werden alle Sammelobjekte auf der Karte markiert. Und ja – das ist eine enorme Erleichterung.
Du musst die Region trotzdem spielen, erkunden und dir die Fortschrittsstufen verdienen. Aber du quälst dich nicht mehr blind durch jede Wandtextur in der Hoffnung, irgendwo ein kleines grünes Wesen zu entdecken. Für mich ist das keine Verwässerung, sondern modernes Spieldesign. Zeit ist wertvoll – gerade wenn man arbeitet, Verpflichtungen hat und nicht täglich acht Stunden vor der Konsole verbringen kann.
Offene Welt – mehr Freiheit, weniger Tunnel
Der offenere Aufbau gefällt mir persönlich sehr gut! Es fühlt sich weniger nach Missions-Schlauch an und mehr nach Reise – Vor allem ist die Welt enorm Umfgangreich! Du kannst Nebenpfade erkunden, optionale Gegner und Mythen (Nebenquests) angehen oder bewusst meiden.
Nicht jede Ecke ist spektakulär. Manche Areale wirken funktional. Aber insgesamt sorgt die Struktur für mehr Eigenständigkeit im Spieltempo. Ich hatte das Gefühl, selbst zu entscheiden, wann ich Risiko gehe und wann ich farmen will.
Kampfsystem – weiterhin das Herzstück
Was sich nicht geändert hat: Das Kampfsystem ist immer noch das stärkste Argument für Nioh 3. Ki-Management, Haltungswechsel, Timing – das sitzt. Treffer fühlen sich wuchtig an. Fehler fühlen sich verdient an.
Viele Reviews loben genau das. Und da gehe ich komplett mit. Die Mechaniken wurden nicht neu erfunden, aber sauber weiterentwickelt.
Nioh 3 im Test – Mein ehrliches Fazit
Nioh 3 ist für mich der reifste Teil der Reihe. Nicht der brutalste. Nicht der kompromissloseste. Aber der durchdachteste.
Team Ninja und Koei Tecmo öffnen die Tore für neue Spieler, ohne Veteranen zu verraten. Wer Hardcore will, bekommt Hardcore. Wer Unterstützung nutzt, bekommt ein faireres und tolles Erlebnis. Und Features wie die Riesige offene Welt und das Markieren aller Sammelobjekte auf Erkundungsstufe 4 zeigen, dass die Entwickler verstanden haben, wo früher unnötiger Frust lag.
Ich habe das Spiel nicht nur durchgespielt – ich habe es ausprobiert, getestet, verglichen. Und genau deshalb sage ich: Nioh 3 fühlt sich erwachsen an.
