Traumberuf Gamer: Diese Skills bringen euch auf jeden Fall weiter

Traumberuf Gamer

Es ist noch nicht allzu lange her, da lagen sämtliche Jobs in der Spielebranche auf der Herstellungsseite. Die einzigen, die jenseits davon damit Geld verdienten, waren die testenden Redakteure der Fachmagazine. Doch Geld fürs reine Gamen bekommen? Keine Chance.

Heute ist das anders. Denn zwischen E-Sportler und erfolgreichem Spiele-Streamer gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, die Gaming-Welt mit dem Controller in der Hand zu eurem Beruf zu machen. Allerdings: Das ist auch in denjenigen Ländern nach wie vor schwer, die wirklich digitalpositiv sind, etwa USA, Südkorea oder Japan. Noch schwieriger ist es in Deutschland. Das heißt, wenn ihr es als Gamer hier zu etwas bringen wollt, solltet ihr mehr draufhaben, als nur einen Controller bedienen zu können. Tatsächlich gibt es da eine Reihe von Skills, die euer „Jobprofil“ schärfen. Wir haben sie zusammengestellt.

 

1. Soziale Fähigkeiten

Die berühmten „sozialen Kompetenzen“, sie gehören mittlerweile zu praktisch jedem Anforderungsprofil fast aller Berufe dazu. So auch dem des professionellen Gamers. Ihr fragt euch, warum ein Spieler soziale Skills besitzen sollte? Es ist ganz einfach: Ihr wisst vermutlich selbst, wie wichtig das gemeinsame Vernetzen in der gesamten Spiele-Szene ist.

Denkt an Clans, denkt an Online-Gaming, denkt an

  • Chats,
  • Foren,
  • Reddit,
  • 4chan,
  • Twitch und
  • persönliche Treffen.

Wer nur zum Spaß spielt, für den ist das alles optional. Er kann sich mit anderen Gamern vernetzen, muss es aber für die meisten Spiele nicht. Völlig anders sieht es aus, wenn ihr professionelle Gamer werden möchtet. Dann wird dieses Networking innerhalb der Szene Pflicht – wobei wir mit Szene explizit nicht nur die Spieler meinen, sondern auch die Hersteller.

Anders ausgedrückt: Als Einzelkämpfer habt ihr kaum eine Chance, irgendjemanden zu finden, der euch Geld dafür gibt, dass ihr ein Game zockt. Das kann also mitunter auch bedeuten, dass ihr diese Fähigkeiten gezielt erlernen und weiterentwickeln müsst – je nachdem, ob ihr sowieso extrovertiert seid oder eher introvertiert.

Allerdings solltet ihr auch ungeachtet eures Charakters an diesen Fähigkeiten feilen. Denn das „Pro“ in Pro-Gamer bezieht sich auch auf das persönliche, professionelle Auftreten. Dabei solltet ihr immer bedenken, dass ihr für euren Arbeitgeber ein wichtiges, weil werbewirksames, Aushängeschild darstellen werdet. Als solches solltet ihr sozial kompetent sein, gute Manieren haben, mit anderen Menschen geschickt und routiniert umgehen können. Gerade wenn ihr jung seid, ist das oft noch nicht ausgeprägt – aber eben auch erlernbar.

 

2. Hardware

Früher bestand leistungsmäßig zwischen PCs und Konsolen ein tiefes Gefälle. Heute ist das vollkommen anders – und nicht nur, wenn ihr Sonys brandneue PlayStation 5 als Vergleich heranzieht.

Allerdings birgt diese Angleichung der Leistungen auch eine Gefahr: Heutige Gamer können auch auf höchstem Niveau genießen, ohne sich tiefer mit dem Thema Hardware befassen zu müssen – Konsole anschließen, loslegen, genügt bereits. Das kann zu einer gewissen Entfremdung zwischen Spieler und Technik führen, die es so früher nicht gab, weil Hochleistungs-Gaming nur auf dem PC möglich war.

Das klingt euch zu abwegig? Dann als Beispiel: Glaubt ihr, Lewis Hamilton wäre ein so herausragender Formel-Eins-Pilot, wenn er nicht auch seinen Boliden bis ins kleinste technische Detail kennen würde? Genau darauf kommt es nämlich an: In jedem Beruf müssen Profis ihr Arbeitswerkzeug tiefgreifend kennen, statt es bloß zu benutzen. Denn nur so können sie es vollumfänglich verwenden, können seine Stärken und Schwächen erkennen und ihr Gameplay daran anpassen.

Doch wie werdet ihr firm in Sachen Hardware? Tatsächlich erlernt ihr es am besten durch Selbermachen. Das kann euch gelingen, indem ihr Hardware und Werkzeug zusammenstellt und euren eigenen Gaming-PC baut.

Hardware

  • Die richtigen Komponenten,
  • die Leistungen der einzelnen Bauteile,
  •  wie alles zusammenspielt.

Auf diese Weise lernt ihr geradezu spielerisch das kleine und große Hardware-Einmaleins. Und nebenbei erschafft ihr noch einen leistungsstarken Rechner zum Spielen.

 

3. Social Media & Streaming

Eine These: Die bekanntesten Spiele-Streamer sind zwar nicht zwingend Spieler von allerhöchstem Weltformat, aber praktisch alle Spieler von allerhöchstem Weltformat sind gleichzeitig auch Streamer und haben obendrein ein gutes Standing auf den anderen sozialen Medien.
Der Grund dafür ist einmal mehr in den schon erwähnten sozialen Fähigkeiten zu finden: Ein erfolgreicher Pro-Gamer muss sich selbst vermarkten können, um Aufmerksamkeit zu erregen – bei denjenigen, die ihm als Werbepartner oder künftiger Arbeitgeber Geld fürs Spielen geben sollen.

Das heißt, Spiele zu streamen, Social-Media-Accounts eures Gamer-Ichs zu pflegen, ist nicht nur ein wichtiger Skill, sondern tatsächlich eine Bringschuld, mit der ihr zeitnah beginnen solltet. Einfach nur ein bekanntes Spiel erfolgreich zu spielen, wird kaum die Aufmerksamkeit wichtiger Personen auf euch lenken. Da solltet ihr selbst eure Reichweite vergrößern.

Je mehr Wege ihr dazu nutzt, desto mehr multipliziert ihr eure „spielerische Präsenz“ in der Welt des Gamings.

  • YouTube,
  • Instagram-Account,
  • Twitch,
  • Facebook,
  • TikTok

Je mehr Kanäle ihr nutzt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass irgendjemand Bedeutsames auf euch aufmerksam wird. Streaming ist dabei der wohl wichtigste und kniffligste Einstieg – da es sehr viele Streamer gibt, gegen die Ihr euch behaupten müsst. Aber wenn ihr bedenkt, dass allein Twitch es in einem Monat auf gigantische 1,6 Milliarden angeschaute Streaming-Stunden bringt, sollte euch das deutlich zeigen, wie wichtig es ist, hier mitzumischen.

 

4. Hand- und Fingertraining

Hand- und Fingertraining

Es mag auf den ersten Blick vielleicht übertrieben wirken, tatsächlich ist es das jedoch ganz und gar nicht: Ähnlich wie bei einem Chirurgen sind auch die Hände eines Profi-Gamers sein wertvollstes Gut. Überlegt selbst, wie unglaublich flink eure Finger bei den meisten Spielen sein müssen – achtet vielleicht auch einmal aktiv darauf, normalerweise sind das ja eher unbewusste Bewegungen.

Und so, wie jeder Chirurg, jeder Pianist, jeder Gitarrist, eigentlich sogar jeder Sportler und Musiker die benötigten Körperpartien ständig trainieren muss, verhält es sich auch bei euch – Gaming mag zwar nach wie vor nicht jedem wie ein „echter“ Sport anmuten. Aber spätestens die Tatsache, dass das olympische Komitee mittlerweile sehr dicht daran ist, E-Sports anzuerkennen, sollte euch ein Signal sein: Wenn ihr professionell zocken wollt, solltet ihr euer wertvollstes Gut trainieren.

Doch wie? Nun, früher hätten wir euch an dieser Stelle raten müssen, euch Trainingsübungen für Pianisten und andere Musiker anzuschauen und nachzumachen. Heute allerdings ist die Wissenschaft auch hier ein gutes Stück weiter: Dank der Sporthochschule Köln gibt es einen regelrechten Trainings-Guide für die wichtigsten Partien euer Gamer-Hände.

Allerdings: Auch wenn eure Hände die wichtigste Trainingszone sind, solltet ihr als Pro-Gamer generell die Devise vom gesunden Geist im gesunden Körper befolgen. Denn ein halbwegs sportlicher Gamer hat auch diverse Vorteile in Sachen Hirnleistung, Geschwindigkeit der Signalübertragung in den Nerven usw. Ernährt euch also bewusst und treibt Sport.

 

5. Coden

Im zweiten Kapitel habt ihr bereits gelernt, warum es auch für Gamer als vornehmliche User so wichtig ist, Hardware und ihr Zusammenspiel im Detail zu kennen. Allerdings endet der dahinterstehende Grundgedanke nicht, wenn das Gehäuse des PCs wieder geschlossen wurde.

Für euch mag ein aktuelles Game wie beispielsweise Black Ops Cold War aus der Reihe Call of Duty vielleicht zunächst ein Feuerwerk an Grafik, Action und Story sein. Allerdings stehen dahinter unzählige Personen, die nichts anderes tun als dafür zu sorgen, dass aus dem Grundgedanken auch ein Spiel wird.

Abermals handelt es sich hier um einen Skill, der euch vor allem tieferes Verständnis liefern wird und euch darüber zu einem insgesamt „runderen“ Gamer-Wissen verhilft. Nein, dazu braucht ihr keine Praktika bei Activision absolvieren, das geht auch zuhause.

Lernt, wie man codet. Also die untersten Grundlagen des Programmierens. Das muss sich nicht auf das Erlernen einer hochkomplizierten Programmiersprache erstrecken. Im Gegenteil, mittlerweile gibt es ganz gezielt eine Reihe von Vorgehensweisen, die zwar eigentlich für junge Schüler gedacht sind, aber auch bei euch als vielleicht älteren Gamern absolut etwas bewirken können.

Denn letztendlich geht es dabei nur darum, durch aktives Handeln zu sehen, wie aus einigen Zeilen Code eine grafische Anwendung wird. Vielleicht könntet ihr mit „Scratch“ beginnen. Das ist ein Lern-Tool für Schüler, das vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelt wurde. Dafür müsst ihr nicht einmal „richtig“ coden, sondern es funktioniert vieles per Drag-and-Drop – genau richtig, um die ersten Schritte zu tun. Und: Lasst euch nicht von der kindgerechten Aufmachung abschrecken, das bringt auch Erwachsenen Spaß und Nutzen.

 

Bildmaterial:

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